Der Landesobmann stellt sich vor

Liebe Landsleute,

es sind doch schon einige Tage ins Land gegangen. Seit dem 19. 04. dieses Jahres bin ich Landesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Hessen.

Wer bin ich?

Meine väterlichen Wurzeln liegen im Erzgebirge, in der Region nördlich von Neudek, wohin die Familie Anfang der dreißiger Jahre umzog. Wer sich in Neudek etwas auskennt: das letzte Haus links in der Limnitz drau'n

Mit der Gründung der Kreisgruppe Schlüchtern wurde ich auch Mitglied der SL, wobei ich vor allem über eine Großtante schon seit meiner Jugend immer über Neudek informiert war.

Was gilt es zu tun?

Zunächst einmal wird es meine hehre Aufgabe sein die Kreisgruppen nach und nach zu besuchen. Dabei denke ich übrigens nicht einfach an ein Treffen mit Kreisobleuten, sondern vielmehr biete ich an, meinen Besuch mit einer Veranstaltung zu verbinden, wobei ich im September im Rahmen der Veranstaltungen zum Tag der Heimat schon recht gut ausgebucht bin. Dennoch gilt: Fragen kostet nichts!

Was ist aktuell?

Die Diskussion um die Satzungsänderung der SL auf Bundesebene und die Reaktionen darauf, auch die des Herrn Necas, werden uns gewiss beschäftigen. Allerdings wünsche ich mir, dass wir sachlich bleiben und ernsthafte Überlegungen über unseren Standort anstellen. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, wenn Mitglieder austreten, und zwar vor allem deswegen, weil deren Argumente damit nicht mehr vertreten würden. Ein landesweites Kaffeekränzchen müssen wir nicht werden. Und solange die Benesch-Dekrete und das unsägliche Straffreistellungsgesetz noch existieren, müssen wir unsere Stimme ohnehin weiter deutlich erheben. Ich werde dazu in den Kreisgruppen gerne Stellung nehmen und die Argumente sammeln, vor allem hinsichtlich der Frage, warum ausgerechnet die Sudetendeutschen auch in Zukunft, und auch in Hessen erhalten bleiben müssen und werden.

Was wird sein?

Drei große Felder gilt es in näherer Zukunft gezielt anzugehen. Und da sind die Kreisgruppen gefordert! Natürlich ist die Kulturarbeit als Grundlage unerlässlich. Angesichts des Generationenwandels müssen wir sogar darüber nachdenken im Rahmen einer Kulturtagung einen Impuls-Klöppelkurs anzubieten. Denn was vor zehn Jahren noch so selbstverständlich war, ist es heute nicht mehr. Übrigens ist meiner Ansicht nach die allerwichtigste Landesveranstaltung die Landeskulturtagung! Das ist unser hessischer Sudetendeutscher Tag! Hierzu sind alle, wirklich alle eingeladen! Nicht nur Kulturreferenten und Kreisobleute, sondern alle Interessierte, ob sudetendeutsch oder nicht. Die Landesversammlungen sind eine halbpolitische Veranstaltung. Die Kulturtagung ist Ausdruck des sudetendeutschen Erbes!

Welcher Bedarf besteht, wird man sehen. Hier greift das wichtigste Feld: die Jugendarbeit! Wird sie existieren? Wenn ja, wie? Worauf muss man Rücksicht nehmen? Wie wird das Verhältnis von Erlebnis- und Bekenntnisgeneration zu gestalten sein? Wie kann man überhaupt daran gehen? Auch wenn wir schon Ideen haben und erste Ansätze, so sind es eben doch im Augenblick nur Ansätze. Wenn aber der Nachwuchs fehlt, dann droht der Anton-Günther-Tag für Hessen! Wir haben nicht das Vorrecht des vierten Stammes wie in Bayern, der allerdings dennoch mit denselben Problemen wie wir zu kämpfen hat. Die bayrischen Sudetendeutschen wissen es nur noch nicht. Sie zerreiben sich lieber über der Frage der Satzungsänderung.

Aber hier und da ahnen es schon einige. Bestimmt aber ahnt es Klaus Mohr, wenn es um die Arbeit der Heimatstuben geht. Das ist nämlich das dritte Feld! Unlängst war ich in Bad Sooden-Allendorf, wo es eine Heimatstube geben müsste. Aber da ist keiner mehr, der Hier brauchen wir einen klaren Überblick! Und das weitere Vorgehen wird auch die Landesgruppe nicht allein stemmen können. Aber für die Kulturarbeit sind Heimatstuben Sammlungs- und Anziehungspunkte, um die wir uns kümmern und die wir pflegen müssen.

Neben diesen Punkten müssen die Kreisgruppen auch selbst aktiv werden und in die Schulen gehen! Die kommen in der Regel nicht zu uns, sind aber über Zeitzeugen dankbar! Ein Brief allein reicht da allerdings nicht.

Und damit sind wesentliche Punkte genannt. Gewiss gibt es noch mehr zu sagen. Es gibt viel zu tun - aber das gab es ja schon immer, wie mein verehrter Vorgänger Alfred Herold bestätigen wird

Markus Harzer
im Juli 2015